Brauchen wir im Jahr 2025 noch Pressemitteilungen? Diese Frage sorgt immer wieder für Diskussionen in der Kommunikationsbranche. Erst vor wenigen Tagen hat Larissa Holzki, KI-Chefin beim Handelsblatt, eine Debatte auf LinkedIn angestoßen: Aus ihrer Sicht ist die Pressemitteilung vor allem ein internes Dokumentationsinstrument für die Kommunikationsabteilung, um festzuhalten, „was wir an die Presse gegeben haben“. Ein Beitrag, der polarisiert – und den viele Journalisten und PR-Profis kommentiert haben.
Auch wir haben diese Debatte aufmerksam verfolgt – und sind überzeugt: Die Pressemitteilung lebt! In unserer täglichen Arbeit sehen wir, dass die Pressemitteilung mehr sein kann als ein formales Pflichtdokument. Sie ist nach wie vor ein relevantes Werkzeug in den Media Relations und Teil einer zeitgemäßen Kommunikationsstrategie. Allerdings hat sich ihre Rolle verändert.
Die veränderte Rolle der Pressemitteilung
Unbestreitbar ist: Die Bedeutung der klassischen PM hat sich im Kommunikationsmix verändert. In einer digitalen Welt, in der Newsfeeds, Push-Meldungen, Newsletter und Social Media den Takt bestimmen, ist sie nicht das Allheilmittel, und nicht jede Redaktion wird von jeder Meldung gleichermaßen angesprochen. Viele Botschaften verbreiten wir heute schneller, individueller und persönlicher über andere Kanäle – von Journalisten-Kontakten über Podcasts und exklusive Hintergrundgespräche bis hin zu Corporate Blogs oder LinkedIn. Trotzdem bleibt die Pressemitteilung ein wichtiger Baustein erfolgreicher Media Relations.
Drei Gründe, warum die PM relevant bleibt
- Reichweite & Struktur: Eine Pressemitteilung erreicht eine große Zahl von Medien gleichzeitig und sorgt für konsistente Botschaften. Gerade bei komplexen oder sensiblen Themen bietet die PM einen offiziellen, zitierfähigen Rahmen – ein Vorteil, den Social-Media-Posts nicht in gleicher Weise bieten.
- Seriosität & Nachvollziehbarkeit: Sie transportiert Informationen klar, verlässlich und in einheitlicher Form und stellt sicher, dass Redaktionen schnell und verlässlich auf Fakten zugreifen können.
- Anstoß für weitere Berichterstattung: Eine gute PM ist nicht das Ende der Kommunikation, sondern der Beginn. Sie kann Interviews, Hintergrundgespräche oder vertiefende Artikel nach sich ziehen.
Ein aktuelles Beispiel aus unserer Praxis zeigt das ganz deutlich: Vor kurzem haben wir für einen Kunden eine Pressemitteilung veröffentlicht, die von zahlreichen relevanten Zielmedien aufgegriffen und übernommen wurde. Selbst Tage später sorgte sie noch für Interesse – unter anderem durch zusätzliche Interviewanfragen.
Genau diese Wirkung macht deutlich, dass eine PM auch heute noch ein effektives PR-Instrument sein kann. Sie funktioniert am besten, wenn sie relevante Inhalte transportiert, gut getimt ist und in den richtigen Kanälen platziert wird. Die Pressemitteilung ist also kein Relikt aus analogen Zeiten, sondern ein lebendiger Bestandteil moderner PR-Arbeit.
Autor: Thomas Klimmek